Beruf

Ergotherapeut

Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten helfen Menschen, deren Handlungsfähigkeit im Alltag eingeschränkt ist: nach Schlaganfall, bei Entwicklungsverzögerungen, psychischen Erkrankungen oder im Alter. Dreijährige Ausbildung oder Studium, Median-Gehalt 3.695 Euro brutto im Monat.

Aufgaben

Ergotherapie zielt auf die Handlungsfähigkeit im Alltag: sich anziehen, kochen, schreiben, arbeiten, am sozialen Leben teilnehmen. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten behandeln Menschen jeden Alters mit motorischen, sensorischen, kognitiven oder psychischen Einschränkungen. Typische Bereiche sind die Neurologie (etwa nach Schlaganfall oder bei Parkinson), die Pädiatrie (Entwicklungsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, ADHS), die Psychiatrie, die Geriatrie sowie Orthopädie und Handtherapie nach Verletzungen.

Die Behandlung erfolgt auf ärztliche Verordnung. Nach einem eigenen Befund werden Ziele vereinbart und mit alltagsnahen Übungen, gezieltem Training, Hilfsmittelberatung und der Anpassung der Umgebung verfolgt. Beratung von Angehörigen, Schulen oder Arbeitgebern gehört dazu.

  • Befund, Zielvereinbarung, Behandlungsplan
  • Motorisch-funktionelle, sensomotorisch-perzeptive, neuropsychologische und psychisch-funktionelle Behandlung
  • Hilfsmittel- und Wohnraumberatung
  • Dokumentation, Berichte an Ärztinnen und Kostenträger

Ausbildung und Voraussetzungen

Der Beruf ist im Ergotherapeutengesetz geregelt. Die Ausbildung dauert drei Jahre an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule mit theoretischem Unterricht und Praktika in mehreren Fachbereichen; sie endet mit einer staatlichen Prüfung. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Hochschulen bieten primärqualifizierende und ausbildungsbegleitende Bachelorstudiengänge an.

Wie in den anderen Therapieberufen gibt es eine Ausbildungsvergütung nur bei tarifgebundenen Trägern; in den meisten Bundesländern fällt kein Schulgeld mehr an.

Arbeitsorte und Arbeitgeber

Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten arbeiten in Praxen, Akut- und Reha-Kliniken, psychiatrischen Einrichtungen, Frühförderstellen, Werkstätten und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung, in der Altenhilfe sowie in Schulen und Kindertagesstätten. Der Anteil an Klinik- und Reha-Stellen ist höher als in der Physiotherapie, was sich in der Tarifbindung und im Gehalt zeigt.

Verdienst

Nach dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit lag der Median des Bruttomonatsgehalts in Vollzeit zum Stichtag 31. Dezember 2025 bundesweit bei 3.695 Euro; das untere Viertel verdiente bis 3.086 Euro, das obere Viertel ab 4.336 Euro. Damit liegt die Ergotherapie leicht über Physiotherapie und Logopädie. In kommunalen Kliniken gilt der TVöD-VKA mit Eingruppierung in der Regel in die Entgeltgruppen 7 bis 9a; in Praxen wird frei verhandelt. Mehr dazu auf der Seite Gehalt und Tarif.

Weiterbildung und Karriere

Gefragte Spezialisierungen sind Handtherapie, Neurorehabilitation (etwa Bobath für Erwachsene), sensorische Integration in der Pädiatrie, Arbeitstherapie und Ergonomie sowie kognitives Training. Karrierewege führen zur Leitung einer Therapieabteilung, in die eigene Praxis mit Kassenzulassung, in die Lehre an Berufsfachschulen oder über ein Masterstudium in Forschung, Versorgungsplanung und Hochschule.

Verwandte Berufe

Die Berufsbezeichnung ist geschützt; ohne staatliche Prüfung ist keine Tätigkeit als Ergotherapeutin oder Ergotherapeut möglich. Nahe Berufe mit eigener Ausbildung sind Physiotherapie und Logopädie, Heilerziehungspflege, Arbeitserziehung sowie die Motopädie. Wer aus einem pädagogischen oder pflegerischen Beruf kommt, findet in der Ausbildung oft Anrechnungsmöglichkeiten für Praktika.

Häufige Fragen

Was macht ein Ergotherapeut genau?

Er hilft Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen, ihren Alltag wieder selbstständig zu bewältigen: mit alltagsnahen Übungen, gezieltem Training, Hilfsmitteln und Anpassung der Umgebung, auf ärztliche Verordnung.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Ergotherapeuten?

Drei Jahre an einer Berufsfachschule mit staatlicher Prüfung; alternativ ein Bachelorstudium, das die staatliche Prüfung einschließt.

Was verdient ein Ergotherapeut?

Median 3.695 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas, Stichtag 31.12.2025); die mittlere Hälfte liegt zwischen 3.086 und 4.336 Euro.

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Im Ratgeber weiterlesen: Ergotherapeut: Ausbildung, Prüfung und Berufseinstieg