Gehalt als Physiotherapeut, Ergotherapeut und Logopäde: Was Therapieberufe verdienen
Ihre Angaben
z.B. Physiotherapeut, Ergotherapeut, Logopäde
Brutto / Monat
3.550 €
Stufe 1 · 42.600 €/Jahr
Netto / Monat (ca.)
2.125 €
Steuerklasse 1
Schätzung nach Tarif-Tabelle + vereinfachter Lohnsteuer 2026. Brutto exakt (bzw. Bandmittelwert), Netto typ. ±2–5 %. Zuschläge (Bereitschaft, Schicht, Nacht) und Zulagen sind nicht enthalten.
Datengrundlage: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025): mittlere Hälfte der Bruttomonatsgehälter in Vollzeit für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie, bundesweit · Stand 2025-12-31 · gültig bis 2027-06-30. Gepflegt von Mission Personal GmbH.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025): mittlere Hälfte der Bruttomonatsgehälter in Vollzeit für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie, bundesweit · Stand 2025-12-31 · gültig bis 2027-06-30
Das Gehaltsband in Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
Die verlässlichste Quelle für Gehälter in den Therapieberufen ist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Er wertet die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitgehälter aller Beschäftigten eines Berufs aus und nennt neben dem Median auch das untere und obere Viertel. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 lag der Median für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten bundesweit bei 3.452 Euro brutto im Monat; ein Viertel verdiente weniger als 2.928 Euro, ein Viertel mehr als 4.062 Euro. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten kamen auf einen Median von 3.695 Euro (unteres Viertel 3.086 Euro, oberes Viertel 4.336 Euro), Logopädinnen und Logopäden auf 3.576 Euro (2.979 bis 4.179 Euro).
Der Rechner auf dieser Seite fasst die drei Berufe zu einem gemeinsamen Band von 2.950 bis 4.150 Euro zusammen. Das ist die mittlere Hälfte der Vollzeitgehälter über alle drei Berufe hinweg; die Hälfte der Beschäftigten verdient also innerhalb dieses Bands, jeweils ein Viertel darunter oder darüber. Wer den Wert für den eigenen Beruf genauer wissen will, findet ihn in den Berufsprofilen von Therawelt und direkt im Entgeltatlas.
Wichtig beim Lesen der Zahlen: Es handelt sich um Bruttomonatsgehälter in Vollzeit. Teilzeit ist in den Therapieberufen weit verbreitet, besonders in Praxen. Wer 30 statt 40 Stunden arbeitet, muss das Band entsprechend umrechnen. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld sind im Entgeltatlas anteilig enthalten, Zuschläge für Wochenend- oder Nachtdienste in Kliniken dagegen nur teilweise.
Klinik, Reha oder Praxis: Die Tarifbindung entscheidet
Ob ein Tarifvertrag gilt, ist der größte einzelne Gehaltsfaktor in den Therapieberufen. Kommunale Krankenhäuser, kommunale Reha-Einrichtungen und viele Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft bezahlen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Kommunen (TVöD-VKA). Die Entgeltordnung der VKA ordnet Physiotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen und Logopädinnen mit staatlicher Anerkennung in der Regel den Entgeltgruppen 7 bis 9a zu; Leitungsfunktionen mit Verantwortung für ein Team liegen darüber. Innerhalb der Entgeltgruppe steigt das Gehalt mit der Berufserfahrung über sechs Stufen. Universitätskliniken und Landeskrankenhäuser wenden den Tarifvertrag der Länder (TV-L) an, der ähnlich aufgebaut ist.
Kirchliche Träger bezahlen nach eigenen Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR), etwa der Caritas oder der Diakonie. Sie orientieren sich am öffentlichen Dienst, weichen im Detail aber ab. Private Klinikgruppen haben teils Haustarifverträge, teils frei verhandelte Gehälter.
Die Mehrzahl der Therapeutinnen und Therapeuten arbeitet in freien Praxen, und dort gilt meist kein Tarifvertrag. Das Gehalt ergibt sich aus dem, was die Praxis über die Heilmittelabrechnung mit den Krankenkassen einnimmt, abzüglich Miete, Personal und Ausstattung. Seit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz gelten ab 1. Juli 2019 bundeseinheitliche Höchstpreise für Heilmittel, die der GKV-Spitzenverband mit den Berufsverbänden verhandelt. Die Preisrunden der vergangenen Jahre haben den Spielraum der Praxen vergrößert; ein Anspruch auf ein bestimmtes Gehalt ergibt sich daraus aber nicht. In der Praxis ist deshalb die Gehaltsverhandlung wichtiger als in der Klinik.
Zusatzqualifikationen, die sich auszahlen
In der Physiotherapie hängen viele Abrechnungspositionen an Zertifikaten. Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät und Krankengymnastik nach Bobath oder Vojta für neurologische Patientinnen und Patienten dürfen nur mit anerkannter Fortbildung abgerechnet werden. Wer diese Positionen mitbringt, ist für eine Praxis unmittelbar mehr wert und kann das in der Verhandlung geltend machen. Der sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie erlaubt darüber hinaus die Behandlung ohne ärztliche Verordnung; die Zulassung regeln die Bundesländer unterschiedlich.
In der Ergotherapie wirken sich Spezialisierungen wie Handtherapie, Neurorehabilitation oder Pädiatrie auf die Nachfrage aus; in der Logopädie sind es unter anderem Dysphagie-Therapie, Stimmtherapie und die Arbeit mit Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen. Dazu kommen fachübergreifende Faktoren: Berufserfahrung, Verantwortung für Auszubildende oder Praktikantinnen und die Bereitschaft zu Hausbesuchen, die in der Heilmittelabrechnung gesondert vergütet werden.
Ausbildung, Studium und Berufseinstieg
Alle drei Berufe sind bundesgesetzlich geregelt: das Masseur- und Physiotherapeutengesetz, das Ergotherapeutengesetz und das Gesetz über den Beruf des Logopäden. Die Ausbildung dauert jeweils drei Jahre an einer Berufsfachschule und endet mit einer staatlichen Prüfung; erst danach darf die Berufsbezeichnung geführt werden. Daneben gibt es primärqualifizierende Bachelorstudiengänge, in denen die staatliche Prüfung in das Studium eingebettet ist.
Eine Ausbildungsvergütung gibt es nur, wenn der Träger der Schule tarifgebunden ist oder freiwillig zahlt, etwa an Schulen kommunaler Kliniken. In den meisten Bundesländern ist die Ausbildung inzwischen schulgeldfrei; an privaten Schulen kann weiterhin Schulgeld anfallen. Beim Berufseinstieg starten Beschäftigte im unteren Bereich des Gehaltsbands. Nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung und den ersten Zertifikaten erreichen die meisten den Median.
Region, Arbeitszeit und Verhandlung
Der Entgeltatlas weist die Gehälter auch nach Bundesland aus. Süddeutschland, Hamburg und Nordrhein-Westfalen liegen in den Therapieberufen über dem Bundeswert, die ostdeutschen Länder darunter; die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern betragen mehrere hundert Euro im Monat. Innerhalb eines Bundeslandes verdienen Beschäftigte in Großstädten tendenziell mehr, zahlen aber auch höhere Mieten.
Für die Verhandlung in der Praxis helfen drei Zahlen: der Median des eigenen Berufs im eigenen Bundesland, die eigenen abrechenbaren Zertifikate und die Auslastung der Praxis. Wer ein Angebot vergleicht, sollte neben dem Bruttogehalt auf die Anzahl der Urlaubstage, die Übernahme von Fortbildungskosten, die Behandlungstaktung (20 oder 30 Minuten je Einheit) und die Regelung für Ausfallzeiten achten. Diese Punkte machen in Summe oft mehr aus als 100 Euro Unterschied im Monatsgehalt.
Der Rechner auf dieser Seite zeigt das Gehaltsband aus dem Entgeltatlas; die Quelle und der Stand der Daten stehen darunter. Er ersetzt keine individuelle Auskunft, gibt aber eine belastbare Orientierung für Bewerbung und Gehaltsgespräch.
Häufige Fragen
Was verdient ein Physiotherapeut im Monat?
Nach dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag 31.12.2025) liegt der Median für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Vollzeit bei 3.452 Euro brutto im Monat. Ein Viertel verdient weniger als 2.928 Euro, ein Viertel mehr als 4.062 Euro.
Verdienen Ergotherapeuten mehr als Physiotherapeuten?
Im Bundesdurchschnitt ja, leicht: Der Median für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten lag zum Stichtag 31.12.2025 bei 3.695 Euro, für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten bei 3.452 Euro. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch den höheren Anteil an Klinik- und Reha-Stellen mit Tarifbindung in der Ergotherapie.
Gilt der TVöD für Therapeuten in Praxen?
Nein. Der TVöD gilt nur bei tarifgebundenen Arbeitgebern, vor allem kommunalen Kliniken und Reha-Einrichtungen. Freie Praxen sind in der Regel nicht tarifgebunden; dort wird das Gehalt frei verhandelt und hängt an der Heilmittelabrechnung der Praxis.
In welche Entgeltgruppe des TVöD werden Physiotherapeuten eingruppiert?
Die Entgeltordnung der VKA ordnet Physiotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen und Logopädinnen mit staatlicher Anerkennung in der Regel den Entgeltgruppen 7 bis 9a zu, abhängig von Aufgaben und Fachweiterbildung. Leitende Therapeutinnen und Therapeuten mit Verantwortung für ein Team liegen darüber.
Welche Fortbildungen erhöhen das Gehalt in der Physiotherapie?
Zertifikate, die eigene Abrechnungspositionen freischalten: Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät und Krankengymnastik nach Bobath oder Vojta. Sie machen Beschäftigte für Praxen unmittelbar wertvoller und sind das stärkste Argument in der Gehaltsverhandlung.
Bekommt man in der Ausbildung zum Logopäden eine Vergütung?
Nur, wenn der Träger der Berufsfachschule tarifgebunden ist oder freiwillig zahlt, etwa Schulen an kommunalen Kliniken. Viele Ausbildungen sind inzwischen schulgeldfrei, aber unvergütet. Wer eine Vergütung sucht, sollte gezielt nach Schulen an tarifgebundenen Kliniken suchen.
Wie groß sind die regionalen Gehaltsunterschiede in den Therapieberufen?
Nach dem Entgeltatlas liegen Süddeutschland, Hamburg und Nordrhein-Westfalen über dem Bundeswert, die ostdeutschen Länder darunter. Zwischen einzelnen Bundesländern liegen mehrere hundert Euro im Monat. Den Wert für das eigene Bundesland zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.