Beruf
Physiotherapeut
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandeln Bewegungs- und Funktionsstörungen auf ärztliche Verordnung, in Praxen, Kliniken und Reha-Einrichtungen. Dreijährige Ausbildung oder Studium, geschützte Berufsbezeichnung, Median-Gehalt 3.452 Euro brutto im Monat.
Aufgaben
Physiotherapie behandelt Einschränkungen der Bewegung und der Körperfunktionen: nach Operationen und Unfällen, bei Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden, bei neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall oder Multipler Sklerose, bei Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie in der Kinderheilkunde. Grundlage ist in der Regel eine ärztliche Heilmittelverordnung; die Therapeutin erhebt einen eigenen Befund, legt Behandlungsziele fest und wählt die Maßnahmen.
Zum Alltag gehören Krankengymnastik als Einzel- oder Gruppenbehandlung, manuelle Techniken an Gelenken und Weichteilen, gerätegestütztes Training, physikalische Anwendungen wie Wärme, Kälte und Elektrotherapie sowie die Anleitung zu Übungen für zu Hause. Prävention und Gesundheitsförderung, etwa Rückenschule oder betriebliche Angebote, nehmen zu.
- Befund erheben, Ziele vereinbaren, Behandlungsplan erstellen
- Krankengymnastik, manuelle Therapie, Gerätetraining, physikalische Therapie
- Dokumentation und Abrechnung nach Heilmittelkatalog
- Beratung von Patientinnen, Angehörigen und Ärztinnen
Ausbildung und Voraussetzungen
Der Beruf ist im Masseur- und Physiotherapeutengesetz geregelt. Die Ausbildung dauert drei Jahre an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab; erst danach darf die Berufsbezeichnung geführt werden. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge an Hochschulen, die die staatliche Prüfung einschließen (primärqualifizierend) oder auf eine Ausbildung aufbauen.
In den meisten Bundesländern ist die Ausbildung inzwischen schulgeldfrei; eine Ausbildungsvergütung zahlen vor allem Schulen an tarifgebundenen Kliniken. Wer die Ausbildung im Ausland abgeschlossen hat, braucht eine Anerkennung durch die zuständige Landesbehörde.
Arbeitsorte und Arbeitgeber
Die meisten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeiten in freien Praxen, oft in Teilzeit. Weitere große Arbeitgeber sind Akutkliniken, Reha-Kliniken, Einrichtungen der Altenhilfe, Kur- und Therapiezentren, Sportvereine und Fitnessanbieter sowie Betriebe mit eigener Gesundheitsförderung. Auch die Selbstständigkeit mit eigener Praxis und Kassenzulassung ist ein üblicher Weg.
Verdienst
Nach dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit lag der Median des Bruttomonatsgehalts in Vollzeit zum Stichtag 31. Dezember 2025 bundesweit bei 3.452 Euro; das untere Viertel verdiente bis 2.928 Euro, das obere Viertel ab 4.062 Euro. In kommunalen Kliniken gilt der TVöD-VKA mit Eingruppierung in der Regel in die Entgeltgruppen 7 bis 9a, in Praxen wird frei verhandelt. Zertifikate wie Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage oder Krankengymnastik am Gerät schalten eigene Abrechnungspositionen frei und wirken sich direkt auf das Gehalt aus. Details und regionale Werte stehen auf der Seite Gehalt und Tarif.
Weiterbildung und Karriere
Die wichtigsten Fortbildungen sind an die Heilmittelabrechnung gekoppelt: Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät sowie Krankengymnastik nach Bobath, Vojta oder PNF für die Neurologie. Der sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie erlaubt die Behandlung ohne ärztliche Verordnung; die Zulassung regeln die Bundesländer. Karrierewege führen zur Leitung einer Therapieabteilung, in die eigene Praxis, in Lehre und Ausbildung oder über ein Masterstudium in Forschung und Hochschule.
Verwandte Berufe und Einstieg ohne Ausbildung
Ohne staatliche Prüfung darf niemand als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut arbeiten; einen Quereinstieg im engeren Sinn gibt es nicht. Verwandte Wege sind die zweieinhalbjährige Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin mit späterer verkürzter Physiotherapie-Ausbildung, Sport- und Bewegungstherapie über ein Studium sowie Assistenz- und Rezeptionsstellen in Praxen. Ergotherapie und Logopädie sind eigene Berufe mit eigener Ausbildung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Physiotherapeuten?
Drei Jahre an einer Berufsfachschule mit staatlicher Prüfung. Alternativ ein Bachelorstudium, das die staatliche Prüfung einschließt.
Darf ein Physiotherapeut ohne Rezept behandeln?
Auf Kassenkosten nur mit ärztlicher Heilmittelverordnung. Mit der sektoralen Heilpraktikererlaubnis für Physiotherapie ist eine Behandlung ohne Verordnung möglich; die Voraussetzungen regeln die Bundesländer.
Was verdient ein Physiotherapeut?
Median 3.452 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas, Stichtag 31.12.2025); die mittlere Hälfte liegt zwischen 2.928 und 4.062 Euro.
Aktuelle Stellen als Physiotherapeut
Zurzeit keine passenden Stellen.
Im Ratgeber weiterlesen: Physiotherapeut: Aufgaben, Ausbildung und Einstieg im Beruf